In der ganzen Welt entwickelt sich der Online-Handel rasant: in den Skandinavischen Ländern und den Niederlanden nutzen 88 % der Bevölkerung aktiv die Möglichkeiten des Onlinekaufs, in Deutschland sind es 87 %, in Großbritannien – 88 %. Der Gesamtumsatz des Onlinehandels in Europa beträgt 180 Mrd. Euro (2014), in Russland sind es dagegen lediglich 11,6 Mrd Dollar.

Der russische Markt des elektronischen Handels gehört zu den am wenigsten erschlossenen Geschäftsbereichen. Laut Angaben АКИТ (Assoziation der Unternehmen im Online-Handel) bildet der E-commerce-Anteil im Handel nur 4 %.

Im B2B-Bereich sieht die Situation, allerdings, anders aus: Hier ist der Anteil der größten Abnehmer, die elektronische Einkäufe tätigen, auf sagenhafte 77,4 % in 2015 gewachsen. Nach der Gesetzesnorm Nr. 223-FS praktizieren in Russland heute mehr als 160 Plattformen Online-Einkäufe. Der Großteil des elektronischen B2B-Handels ist in Russland jedoch in Staatsaufträgen und Großunternehmen gebunden.

Der russische Onlinehandel im B2B-Bereich kann sich besser entwickeln, wenn kleine und mittlere Unternehmen, die  an Verkäufen untereinander und nicht nur an große Abnehmer interessiert sind, in diesen Prozess involviert werden. Außerdem hängt die Zukunft des Online-Handels in Russland davon ab, inwiefern sich elektronische Bezahlsysteme im Land entwickeln werden. Hier existieren noch etliche Barrieren auf Gesetzesebene, welche abgeschafft werden sollten, damit russische Unternehmen im Trend der weltweiten Digitalisierung von B2B-Zahlungen liegen.

Auch in Bezug auf Auslandsmärkte öffnet der Online-Handel für Russland sehr interessante und lukrative Perspektiven, heutzutage insbesondere im Exportbereich aufgrund des schwachen Rubels.

Autor: Nadja Grosche – contact4business/online-marketing